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Wiedereinmal ist eine Mondfinsternis angekündigt. Meine letzte Mondfinsternis erlebte ich am 16.09.1997. Damas beobachtete ich mit einem 4”
Bresser Spiegelteleskop und machte auch einige Bilder. Auch dieses Mal wollte ich die Mondfinsternis mit Fotos dokumentieren. Ziemlich argwöhnig hörte ich den Wetterbericht für den 09.Januar. Doch irgendwie
ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Am Tag des Ereignisses fuhr ich gegen 16.00 Uhr aus Dresden in Richtung Heimat. Während in der sächs. Landeshauptstadt noch stellenweise die Sonne schien, wurde während der
Fahrt auf der A4 in Richtung Chemnitz der Himmel immer grauer. Mein Vater lästerte noch, ich solle nicht so rasen, da ich bei dem Wetter sowieso nichts verpassen würde. Gegen 18.30 Uhr war ich endlich zu Hause
angekommen. Schnell Fau und Kind einen Begrüssungskuss und ab in die Sternwarte. Der Himmel war jetzt stark bewölkt, doch einige kleine Wolkenlücken machten mir Mut. Gegen 18.30 schoss ich ein erstes Bild vom
Vollmond. Dann war der Mond auch schon wieder hinter dichtem Grau verschwunden. Warm eingepackt mit Decken und einem Schaffell sass ich im Gartenstuhl und blickte nach oben.
19.35 Uhr, in wenigen Minuten tritt der Mond in den Kernschatten der Erde. Doch ich sah nur Wolken. Plötzlich öffnete sich ein winziges
Wolkenloch. Schnell ein Bild vom angenagtem Mond geschossen und weg war er wieder. Das Katz- und Mausspiel ging bis ca. 20.00 Uhr, dann war die Wolkendecke total dicht. Mein Optimismus sank rapide ab. Ärgerlich
ging ich erst einmal ins Haus, und schaute ins Internet, ob schon Meldungen eingegangen waren. Wie zu erwarten, ging es anderen Beobachtern nicht besser. Gegen 21.00 Uhr, der Mond müsste gerade total verfinstert
sein, raffte ich mich noch einmal auf und ging in die Sternwarte. Wenige Minuten später traute ich meinen Augen kaum. Der Himmel war vollkommen klar. Der kupferfarbene Mond stand am schwarzen Himmel und die
Sterne traten immer zahlreicher hervor. Selbst die Milchstrasse war zu sehen. Schnell schoss ich ein paar Fotos. Vom dunklen und klaren Himmel fasziniert schaute ich schnell mit dem 3”-Refraktor in die Sterne.
Orionnebel, der Doppelhaufen im Perseus, Die offenen Haufen im Fuhrmann, alles war wunderbar zu beobachten. Jetzt schaute ich mit dem Teleskop zum verdunkeltem Mond. Es war gerade der rechte Augenblick. Der Stern
SAO 79386 mit 6m54 schrammte gerade knapp am Mondrand vorbei. Wieder wurde das Ereigniss fotografisch festgehalten. (Bild) Ein ähnliches Schauspiel bot sich noch einmal gegen 21.50
Uhr mit dem Stern SAO 79410 7m15. (Bild)
Nun war am Mondrand schon eine leichte Aufhellung zu erkennen. Erst schwach und dann immer deutlicher. Ähnlich dem Diamantring bei
einer Sonnenfinsternis blitzte der Rand förmlich auf. Dieser Einduck der enormen Helligkeit ist natürlich durch die dunkeladaptierten Augen besonders gross. Recht zügig wurde der Mond mehr und mehr beleuchtet.
Die Sterne am Himmel wurden immer schwächer und plötzlich war der Mond von einem schönen Halo umgeben. Deutlich konnte ich den feinen Hochnebel erkennen, welcher bei der Totalität der Mondfinsternis überhaupt nicht
die Sicht auf die Sterne behinderte. Kein Wölkchen liess sich am Himmel blicken und so konnte ich wenigstens die zweite Hälfte der Mondfinsterniss lückenlos fotografisch dokumentieren. Nur habe ich mich bei der
Bilderanzahl verschätzt. Das letzte Bild wollte ich noch mit einer kürzeren Verschlusszeit aufnehmen (Bild), doch da war der Film schon alle. Und so ist das
Abschlussbild halt ein wenig überbelichtet.
Fazit: trotz anfänglicher Verzweiflung am Wetter hat sich die Sache doch noch zum Guten gewandt und ich kam in den Genuß einer wundervollen
Finsternis.
Die Bilderserie zur Mondfinsternis gibt es hier
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