Beobachtungsbericht vom 14.01.2001

Stephan@messner-online.de

Listinus Toplisten

mit Objekten des Monats 12/00 und 01/01

Instrumente: Tak 78FS Brennweite 630mm und 10"SCT Brennweite 2540mm
1,25" Okulare: 9.5mm Pl, 8.8mm SWA, 32mm Pl
2" Okulare: 20mm Nagler
Sichtbedingungen: knapp über 5m im Zenit in Horizontnähe dunstig besonders Richtung Osten
Seeing: sehr gut

Ich verbrachte die letzten Beobachtungsabende vorwiegend mit fotografieren und da wurde es höchste Zeit, mich wieder einmal mit dem eigenen Auge hinters Okular zu klemmen und den Sternenhimmel direkt einwirken zu lassen. Ausserdem nagte schon das schlechte Gewissen, da ich die Objekte des Monats schon arg vernachlässigt hatte
Gegen 19.30 Uhr ging ich in die Sternwarte. Da das Seeing nahezu perfekt schien, warf ich als erstes einen Blick auf die großen Planeten. Ich hatte das grosse Glück, dass der Grosse Rote Fleck (GRF) auf Jupiter gerade im Zentralmeridian stand. Selbst in meinem kleinen Tak war der GRF mit 70-facher Vergrösserung knackig scharf zu sehen. Die Monde Ganymed und Io standen östlich des Planeten nah beieinander. Europa war weiter im Osten und Kallisto stand verlassen ganz westlich.
Im SCT bei 290-facher Vergrösserung offenbarte sich ein grosser Detailreichtum. Das SEB war breit und relativ blass. Im südlichen Bereich war der beigefarbene GRF eingebettet. Er wirkte stark Oval und nach Osten hin spitz zulaufend (ähnlich einem Auge).  Das NEB war schmaler und wirkte dadurch dunkler. Angrenzend sah ich die nördlichen und südlichen TB auch deutlich. Im NEB waren auch dunkle Verdickungen (Knoten) auszumachen. Es war ein Anblick zum verlieben :-) Danach erfolgte ein kurzer schwenk zum Saturn. Kontrastreich stand er am Himmel. Die Cassiniteilung war selbt im kleinen Tak mit 70 facher Vergrösserung deutlich und im SCT mit 290-fach bildete ich mir ein, die C-Teilung selbst vor dem Planeten zu sehen.

Nun aber zu den Objekten des Monats Dezember 2000:

M52: Dieser offene Haufen wirkte im Tak nicht so toll. Die Sterne waren nur schwach zu sehen. Im SCT mit 90-facher Vergrösserung wirkte der Haufen schon besser. Ich hatte den Eindruck, dass der Haufen wie zweigeteilt war. Im nördlichen Bereich waren einige relativ helle Sterne zu sehen, wohingegen südlich nur schwächere Sterne auszumachen waren.

M43: Der Nebel gleich neben dem berühmten Orionnebel wirkt durch die direkte Nachbarschaft nicht sehr auffällig. Leicht oval umschliesst der Nebel den Stern Nu Ori und wird warscheinlich immer ein Schattendasein neben M42 fristen.

NGC 1360: Dieser planetarische Nebel war für heute eine Nummer zu gross. Fast schon zwischen den Wipfeln des angrenzenden Waldes stand dieses Objekt weit südlich im Dunst. Mir war es nur möglich den 11m2 hellen Zentralstern ausfindig zu machen. Auch halfen keine Filter das Objekt sichbar zu machen

Der Doppelstern 6 Triangelum war auf den ersten Blick ein leichtes Unterfangen. Im Tak mit 70-facher Vergrösserung waren die beiden Komponenten schon locker getrennt. Die hellere Komponente wirkte leicht Orange und der schwächere Nachbar blau-weiss. Zur Kontrolle des Abstandes schaute ich noch einmal in Guide. Und da musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass es noch eine dritte Komponente gab. Allerdings ist diese ein veränderlicher Stern mit einen Abstand von ca. 1,7”. Dies müsste eigendlich im SCT aufzulösen sein. Doch ich hatte keine Chance.

Die Objekte des Monats Januar 2001:

M50: Ein offener Sternhaufen mit 5m9 war leicht zu finden. Im Tak wirkte der Haufen bei 70-facher Vergrösserung durch das grosse Gesichtsfeld relativ konzentriert. Im SCT bei 80-fach war der Haufen allerdings schon fast formatfüllend und wirkte dadurch nicht all zu auffällig.

NGC 2237: Laut Guide ein sehr heller diffuser Nebel wollte sich heute im dunstigem SO-Himmel einfach nicht zeigen :-( Oder habe ich einfach an der falschen Stelle gesucht? (Trotz GOTO) :-/
Nachtrag: Am 17.01.01 war es mir mit geringster Vergrösserung und UHC-Filter endlich möglich, den Rosettennebel zu beobachten. Der Nebel ist allerdings sehr gross und um einen Überblick über die Ausdehnung zu bekommen, musste ich den Nebel förmlich abfahren.

NGC 2244: Dieser lockere offene Haufen im Rosettennebel wirkte im TAK mit 30-facher Vergrösserung wunderbar. Im SCT mit 127-facher Vergrösserung war der Haufen sehr locker mit hellen Sternen.

32 Eridani: Dieser leicht zu trennende Doppelstern war selbst im Tak mit 70-facher Vergrösserung kein Problem. Eine helle Komponente befindet sich im Abstand von ca. 7” zu dem schwächeren Begleiter

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