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Beobachtungsinstrumente: Auge
Der Sommer hat nun endlich Einzug gehalten, und so nahm ich mir vor, die Nacht zum Perseiden
beobachten zu nutzen. Als AufwĂ€rmung beobachtete ich bis 10.00 Uhr den Mond durchs Teleskop. Das Seeing war bescheiden. Mit dem RĂŒckel bewaffnet stöberte ich ausgiebig den Terminator entlang. Nachdem es nun
richtig dunkel war, machte ich jedoch das Dach der Sternwarte wieder zu und schnappte mir Decken und Schlafsack. Direkt an unserem Haus ist eine groĂe Wiese und so suchte ich mir einen Baum, der den Mond etwas
abschirmte und pflanzte mich auf die Wiese. Ich wollte die ruhige Nacht einfach auf mich wirken lassen und und ein paar Sternschnuppen sehen. Kaum lag ich gemĂŒtlich da, rollte die Dorfjugend unserer Strasse (www.brennerpass.de ) heran. Schon aus weiter Entfernung hörte ich, dass sie die Perseiden beobachten wollen. Die Zeitung hatte es gestern angekĂŒndigt. Nachdem sie mich in
der Wiese entdeckten, war das Gegröle gross. Ruckzuck wurden zwei BĂ€nke und Decken angeschleppt und so war ich von 10 Jugendlichen umringt. NatĂŒrlich ging die Fragerei gleich los. Was sind Sternschuppen, wo
kommen die her? Warum im August...u.s.w. Nach besten Wissen und Gewissen gab ich Auskunft und trĂŒbte die Stimmung etwas, als ich mitteilte, dass das Maximum erst Samstag frĂŒh in den Morgenstunden stattfindet.
Nun lieg mal mit 10 Pubertanten (Jungen und MÀdchen) mitten in der Nacht auf der Wiese und gucke in die Sterne! Das Gequatsche hÀlt einfach nicht auf. Und jeder Satz wird gleich zweideutig gesehen. Ich hÀtte nie
gedacht, wie man astronomische Themen ruckzuck in Verbindung mit Sex bringen kann. Die lautstarke Unterhaltung wurde nur aller ca.5-10 Minuten durch schöne, langgezogene Meteore unterbrochen. ("Da! Wieder
einer! Ich hab schon 5 StĂŒck gesehen. Wieviel hast Du?... usw.) Jedenfalls stellte ich entsetzt fest, dass ich diesem Alter doch schon 15 Jahre entwachsen bin und so konzentrierte ich mich trotz des LĂ€rmes auf den
Himmel ĂŒber uns. Als das Gequatsche immer weiter ging, machte ich den Vorschlag, Klebeband zu holen und jedem quer ĂŒber den Mund zu kleben. (Allgemeines Gegröle) Gegen 0.00Uhr zog die NĂ€sse langsam aber
sicher in die Decken und SchlafsÀcke und so wurde es automatisch ruhiger. Plötzlich war es ganz still. Herrlich. Keiner quatschte. Auf einmal schienen einige begriffen zu haben, dass bei Ruhe das Beobachten
einfach schöner ist. Mittlerweile hatte ich die Fotokamera mit einem 800er Film auf ein festes Stativ mit Weitwinkel aufgebaut und nahm hintereinander Bilder mit je 5min Belichtungszeit auf. Ab und zu huschte im
richtigen Moment ein Meteor vorbei. Leider habe ich nur einen sporadischen Meteor erwischt..

Ca. 60% der Sternschnuppen kamen eindeutig aus Richtung Perseus, der Rest waren wahrscheinlich sporadische Meteore. Teilweise hatten die Perseiden SchweiflÀngen von bis zu 10°. Es waren schöne
Exemplare dabei. Meiner SchĂ€tzung nach max. 10 -12 StĂŒck in der Stunde. Obwohl ich auf der Wiese lag und senkrecht nach oben schaute bemerkte ich, dass ich doch ca. die HĂ€lfte der Meteore nicht so
schnell sehen konnte. Da ist es schon gut, wenn mehrere Leute zusammen beobachten. Ich merkte auch deutlich, dass das Sehen am Himmel mit der Zeit
sehr anstrengend wurde. Das stÀndige Abwandern des Himmels mit den Augen strengt richtig an. Mittlerweile erschienen am Horizont die Plejaden und darunter Jupiter und Saturn. durch den
Dunst war Jupiter richtig rot. "Da hinten kommt Jupiter und Saturn hoch." Wieder Gegröle! "Ich komme auch gleich hoch! Hi,Hi..." Gegen 0.30 Uhr wurden die NÀsse immer unertrÀglicher
und so gingen die ersten nach Hause, bis 1.00 Uhr hielt ich es noch aus.
Fazit: eine schöne Beobachtungsnacht ohne Instrumente und somit ohne Aufwand
und die Jugend wurde etwas mit der Astronomie vertraut gemacht.
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