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Beobachtung des Schattenverlaufes vom Mond Europa auf dem Jupiter und andere unliebsame Ereignisse (20.11.2000)
Der
Wetterbericht hatte für Sachsen am Wochenende Wolken mit Regen angesagt. Da auf den Wetterbericht immer ;-) Verlaß ist, nahm ich mir vor, den Schattenwurf von Europa auf dem Jupiter zu fotografieren. Der
Sonntagmorgen erfreute mit einem strahlend blauen Himmel und den ganzen Tag ließen sich keine Wolken blicken. Gegen 20.00 Uhr ging ich in die Sternwarte und richtete das Teleskop und die Kamera her. Der
Sternenhimmel war einfach fantastisch. Der Andromedanebel und h+chi Persei waren auf Anhieb mit bloßem Auge zu sehen. Auch M33 war im Fernglas beeindruckend hell. Im Radio meldet der Wetterbericht eine anrückende
Wolkenfront mit Regen. Doch wer glaubt schon dem Wetterbericht? Da das Seeing leider schlecht war, hatte ich mir vorgenommen, die Kamera an den kleinen 3" Takahashi (630mm + 2x Barlow) zu montieren und dann
von 23.45 bis ca. 3.00 Uhr alle 3 Minuten ein Bild aufzunehmen. Zuvor nahm ich mir den Nebel NGC 1579 vor. 5 Bilder á 20min. In der Zwischenzeit ging ich ein wenig fernsehen. Gegen 23.30 begann ich mit ein
paar Testaufnahmen an Jupiter.Die Aufnahmen zeigten deutlich den Roten Fleck und den heranrückenden Mond Europa. Ein Blick nach Nordwesten zeigte keine Wolken. Ich sollte wohl Glück haben? 23.50 begann ich mit der
Serie. Pünktlich um 0.00 Uhr Zeigte sich am Jupiterrand der Schatten. Bis ca. 0.30 Uhr verfolgte ich das Geschehen. Am Südwesthorizont zeigten sich ein paar Wolken. Aber nach Regen sah es nicht aus. Also
ließ ich der Sache ihren lauf und ging hundemüde ins Bett (schon Samstag hatte ich bis 4.00 gespechtelt). Ruck Zuck bin ich auch eingeschlafen. (...Träume von Jupiter mit seinen Monden...) STEPHAN!
"Hmm.." STEPHAN! "Ja, was ist denn?" Meine Frau braucht gar nicht zu Antworten. Ich hörte den Regen auch so auf das Dachfenster prasseln. SCHE...E! Raus aus dem Bett und mit
Badelatschen und Schlafanzug rannte ich die 100m in die Sternwarte. Das war kein Regen, das war ein Wolkenbruch. Ein Griff zum Sicherungskasten und den Hauptschalter raus. Mit zitternden Händen schob ich das
Schiebedach zu. Nachdem ich alle Schalter ausgeschaltet hatte, schaltete ich den Hauptschalter, dann das Licht ein und schaute mir das Drama an. Alles war klatschschnass. Ich nahm die Tastatur hoch und es ergoß
sich ein Wasserstrahl aus ihr. Der Computermonitor triefte auch vor Nässe und der Laptop sah nicht viel besser aus. Der PC schien verschont geblieben, der stand zum Glück unterm Tisch. Bevor ich auf Arbeit
gehen mußte, schleppte ich Monitor, Laptop und das ganze Zeug ins Haus und begann den Fön meiner Frau zu mißbrauchen. Ein Blick in das Innere des Monitors ließ das schlimmste befürchten. Sämtliche Platinen
waren voll Wasser. Den Laptop und die Tastatur nahm ich weitestgehend auseinander und föntealles trocken.
Fazit: Monitor im Arsch Laptop OK PC OK Teleskop OK Kameras OK
Naja, noch mal Glück im Unglück.
Ach ja, die Bilder! Ein paar Stichproben ließen mich aufatmen. Bis ca. 1.40 ist Jupiter schön abgebildet und dann kamen die Wolken, und die restlichen Bilder sind nur
Rauschen. Da gibt´s wieder ne Menge Arbeit beim erstellen der Videosequenz. So, das war´s. Ich mußte mir den Schreck gleich von der Seele schreiben.
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