Komet  Linear C1999/S4

Stephan@messner-online.de

Listinus Toplisten

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am Samstag hatte ich mir nun fest vorgenommen, S4 zu beobachten und eventuell zu fotografieren.
Zu meinem Pech hat meine Sternwarte in Richtung NW keine Sicht, und so habe ich das Teleskop 100m weiter auf einem Feld aufgebaut.
Zum Zeitpunkt des Aufbauens war die Bewölkung wechselhaft. Dann wartete ich ungeduldig bis es dunkel wurde. Endlich klarte es etwas auf und die ersten Sterne, Vega und Arcturus dienten mir zum Einrichten des Teleskops. Eingabe der voraus- sichtlichen Koordinaten von S4, welche ich mir aus dem Internet gezogen hatte. Enter, kreisch...piep, fertig. Ein Blick durchs Okular zeigte mir einen silbergrauen Himmel mit sonst nichts. Es ist noch viel zu hell. Erst mal rein ins Haus und nen Tee getrunken.
Gegen 23.00 Uhr MESZ ging ich wieder raus. Eine grosse Wolkenlücke zeigte mir den Grossen Wagen und den vermuteten Aufenthaltsort des Kometen. Mit dem Fernglas (10 x 50) graste ich systematisch das Gebiet rechts unterhalb des Kastens ab. Durchziehende Wolken verhinderten in schöner Regelmäßigkeit die Sicht.
Fast eine ganze Stunde irrte ich erfolglos am Himmel umher. Nichts! :-( Doch plötzlich gegen 24.00 Uhr nahm ich im Vorbeischwenken einen "verwaschenen Stern" war. Ups, das ist er doch! Kein Wunder, daß ich ihn vorher übersehen hatte. Ein winziger milchiger Fleck mit einer Andeutung von Schweif zitterte mir im Ferngals herum.
Hin zum Teleskop. Die Daten, wonach ich das Teleskop ausgerichtet hatte stimmten irgendwie nicht. Ich war minesten 10° daneben. Das 32er Okular ins Tak78FS rein (23fach) und auf den Komet zentriert.
Leider ist der Himmel mit feinen Schleierwolken durchzogen. Nur schwach ist der Komet zu erkennen. In aller Eile holte ich den Laptop und die CCD-Kamera. Ich wollte den Winzling wenigstens bildlich festhalten.
Alle Kabel angeschlossen, fertig für die Aufnahme. Nur noch fokusieren. Schwenk auf Mirak und die Prozedur des fokusierens begann. Äh..., sollte beginnen. Gerade jetzt zog eine geschlossene Wolkenfront auf. Ich wartete noch bis gegen 1.00 Uhr MESZ und da immer noch alles zugezogen war, packte ich mein ganzes Geroedel zusammen und fiehl gegen 1.30Uhr ins Bett.
Meine Frau guckte mich verschlafen an und fragte, nach meinem Erfolg. Mein Gesichtsausdruck verriet Ihr warscheinlich das Ergebniss. :-(
Neuer Tag neues Glück!
Der Sonntagmorgend begann mit strahlend blauen Himmel. Der Nachmittag war wechselnd bewölkt, aber es bestand Hoffnung.
Das ganze Spiel wieder von vorne. Als ich gegen 17.00 Uhr alles aufgebaut hatte, zog es sich natürlich wieder zu. Nur nicht den Mut verlieren!
Nach dem Abendbrot ein Blick in den Regionalen Wetterbericht gab mit wieder Mut. Nachts klart es immer mehr auf! Prima!
Gegen 22.00 Uhr zeigten sich wieder die ersten Sterne. Neue Koordinaten aus dem Netz wurden eingegeben. Enter,kreisch, piep, fertig. Nichts zu sehen. Viel zu hell und noch ne Menge Wolken sind im Anmarsch. Warten.
Kopfschütteld kamen einige Nachbarn vorbei, was ich den bei den Wolken beobachten wolle?
Nur nicht aufgeben. Da, am westlichen Horizont noch im Abendrot war die riesige Wolkenlücke zu erkennen. Unendlich langsam schob sie sich in die richtige Richtung. Gegen 23.00 Uhr war der NW Himmel klar. Fernglas in die Hand und wieder suchen. Mirak angepeilt, runter und etwas rechts. Nichts. Das Rumgeirre ging wieder los. Ein schöner Meteor schoss mit ca -2mag direkt im untersuchten Gebiet entlang.
Endlich, nach neiner halben Stunde hatte ich S4 wieder. Eine Nachbarin wollte nun endlich mal was sehen. Teleskop eingerichtet. Mit dem 8.8 bei 1600mm kam der Komet ganz gut raus.
"Schau mal hier rein, hier ist er schön zu sehen!... Richtig ran mit dem Auge und ein bisschen warten... Siehst du ihn?" Sie:" Äh..., wo?... Naja... da ist was... Sieht aber nicht so toll aus, oder?"
Kopfschüttelnt ging sie nach Hause. Zwischenzeitlich baute ich wieder den Laptop mit der Kamera auf. Als ich S4 endlich auf dem Bildschirm hatte, war ich richtig happy. Ein anderer Nachbar kam gelaufen und schaute neugierig auf mein Treiben. Das Bild auf dem Monitor riss ihn zu der Äusserung hin: "Toll, was es so alles gibt." Und er ging wieder heim.
So belichtete ich ein paar Serien mit 1600mm und 730mm Brennweite. Da ich Montag schon gegen 5.00 Uhr aufstehen muss, machte ich mich schon während der Dunkelbildaufnahmen daran, mit dem Zusammenpacken anzufangen.
Gegen 1.00Uhr MESZ waren die Bilder im Kasten und alles wieder weggeräumt. Als Belohnung schob sich auch noch der Mond dunkelrot durch den Dunst amOsthorizont.
Zufrieden fiel ich gegen 1.30Uhr ins Bett.

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