first light mit dem H-alpha Filter

Stephan@messner-online.de

Listinus Toplisten

Datum 20.12.2001

Nun halte ich ihn endlich in meinen Händen! Den langersehneten H-alpha Filter von Costum-Scientific.
Ende August diesen Jahres entschloß ich mich, angeregt duch die hervoragenden Aufnahmen im Web, mir einen H-alpha Filter zuzulegen. Doch die Sache war gar nicht so einfach. Recherchen über einen Bezug aus Deutschland brachten keine Ergebnisse und so fragte ich bei der Firma
Custom Scientific in den USA an.
Unverzüglich erhielt ich eine Liste mit dem kompletten Lieferprogramm und den Preisen. Ich entschied mich für einen H-alpha 656.3/3.0nm für $225 und einen Red Continuum 645/10nm für $185

Acht Wochen später erhielt ich eine Mitteilung vom Hauptzollamt Chemnitz, daß eine Lieferung für mich eingetroffen sei.

Ausgerüstet mit der Rechnung und einigem Bargeld fuhr ich zum Hauptzollamt. Ich musste 6% EU-Einfuhrzoll und auf alles 16% Mwst zahlen. Nun gut, das war mir vorher bewußt gewesen.
Voller Vorfreude über die Filter fuhr ich nach Hause und zu meinem Glück war der Himmel nicht bewölkt.

Aber ach, die Freude wärte nur kurz. Mit dem H-alpha Filter bekam ich die Sterne nicht punktförmig abgebildet.  Es half alles nichts, der Filter mußte zurück in die USA. Auf der Post kam der nächste Schreck: über 80 DM sollte das kleine Päckchen mit dem Filter kosten!
Eine Woche später bekam ich von CustomSientific die Mitteilung, daß der Filter tatsächlich einen Fehler aufweist und daß ich einen Ersatzfilter geliefert bekomme.

Am 13.12.2001 erhielt ich das schon bekannte Anschreiben vom Hauptzollamt, und ich machte mich auf den Weg. Ich erklärte dem Beamten, daß es sich um eine Gerantielieferung handle und er verlangte von mir die Ausfuhrbescheinigung?!?!?! “So was habe ich nicht!”. Dann solle ich halt den Zoll bezahlen! Na prima, das wird ja ein teurer Spaß!

Als der Beamte mir das Päckchen gab, zeigte ich ihm sofort den beiliegenden Lieferschein, worauf eindeutig zu lesen war, daß es sich um einen Garantiefall handelt. Plötzlich fragte der Beamte ob das ein Privatimport sei, oder ich im Auftrag einer Firma handle. Nachdem ich im beteuerte, daß ich als Otto-Normal-Bürger handle, sollte ich unterschreiben, daß diese Ware bereits verzollt wurde (Was ich ja mit meinen Unterlagen schon belegt hatte) und ich erhielt das Päckchen. Na da war ich vielleicht froh!

Wieder erfreute mich am gleichen Abend Petrus mit einem klaren Himmel und ich machte mich gleich ans Werk. Aber ach! Was ist denn nun schon wieder los? Die CCD-Kamera brachte andauernt eine Fehlermeldung und kurz drauf ging gar nichts mehr. Hat sich den alles gegen mich verschworen?
Mir blieb nichts anderes übrig, als die Kamera zur
Fa. Baader zu schicken. Schon 3 Tage später hielt ich die Kamera wieder voll funktionstüchtig in meinen Händen. (Hier kann ich mich nur bei Herrn Baader über die schnelle unbürokratische Hilfe bedanken!)

Ja, und was soll ich sagen, gestern war es nun endlich soweit. Der Himmel hatte zwar nur eine Durchsicht mit ca. 4.5mag im Zenit und das Seeing war unter aller Sau, Aber ich wollte es nun einfach wissen.
Ich befestigte meine ST-8e Biggypack auf meinem LX200 und als Optik verwendete ich ein billiges 135mm f/2.8 Petacon Objektiv, welches ich auf f/4 abblendete.

Ich war mehr als erstaunt als ich nach 5 Sekunden auf dem Bildschirm den Kaliforniennebel leuchten sah! Super! Und das bei solch diesigem Himmel.
Da ich zu faul war kontrolliert nachzuführen, ließ ich der LX200 Montierung freie Hand und nahm eine Serie von 11 Bildern zu je 5 Minuten von
Kaliforniennebel und 25 Bilder von Rosettennebel auf.

 

Als Fazit läßt sich nach all der Aufregung um den Filter festhalten, daß es sich für mich mehr als gelohnt hat.

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